Wahlprogramm Check (1/6)

Wir haben die Ansbacher Parteien nach einem familienfreundlichen Ansbach gefragt und hier sind ihre Antworten. Ab sofort gibt es jeden Mittwoch eine neue Frage unseres Sechsteilers. Heute mit der Frage:

Wie wollen Sie die pädagogische Qualität und ausreichende Plätze in der Ganztagsbetreuung von Schulkindern sicherstellen?

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben der kommenden Jahre, auch mit Blick auf den bundesweiten Rechtsanspruch ab 2026.
Als SPD Ansbach setzen wir uns dafür ein, dass Platzangebot und pädagogische Qualität gemeinsam entwickelt werden. Dafür braucht es vor allem:

  • Priorität bei Schulbau und -sanierung, um überhaupt geeignete Räume für Ganztagsangebote zu schaffen.
  • Schrittweisen Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung dort, wo der Bedarf besteht – realistisch und finanziell verantwortungsvoll.
  • Sicherung der pädagogischen Qualität durch ausreichend Personal, enge Kooperation mit freien Trägern und gute Fortbildungsangebote.

Uns ist wichtig, offen zu sagen: Fachkräftemangel und begrenzte Mittel setzen klare Grenzen. Deshalb setzen wir auf verlässliche Planung statt unrealistischer Versprechen.


DIE LINKE setzt auf den Ausbau flexibler und qualitativ hochwertiger Ganztagsangebote, um den gesetzlichen Ganztagsanspruch verlässlich umzusetzen. Dabei sollen Ganztagsangebote die tatsächliche Verweildauer von Kindern ernst nehmen und Schulen als ganztägige Lebensorte gedacht werden – mit Raum für Lernen, Bewegung, Rückzug und gemeinsames Essen. Dieses Umdenken fehlt auch in Ansbach noch an vielem Punkten. Zur Sicherung der Qualität fordert DIE LINKE zusätzliches Fachpersonal, bessere Arbeitsbedingungen sowie die kommunale Finanzierung dieser Angebote.


Die ÖDP fordert ein sozialversicherungspflichtiges Grundeinkommen für Care-Arbeit d.h. Familie muss ein bezahlter Teilzeitarbeitsplatz werden, dies wäre eine Alternative zur Ganztagsbetreuung.

  • Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll ausgebaut werden 
  • Verpflichtung zu Betriebskindergärten für größere Unternehmen
  • Bereithaltung einer mobilen Personalreserve um bei Erkrankung von Teilen des Personals die Betreuung sicher zu stellen
  • Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität von Erziehungsberufen durch Anreize wie günstige Wohnungen oder höhere Zuschläge 
  • Aufnahme aller Eltern-Kind Initiativen in staatliche und städtische Förderrichtlinien 

Lehrpläne sind dahingehend anzupassen: Weg von einer reinen Leistungsbemessung hin zu einer individuellen Förderung der jeweiligen Talente. Handwerk und Gemeinwohl sind genauso in der Bildung zu berücksichtigen wie Wissen, Wissenschaft und mathematische Kenntnisse.


Entscheidend für eine gute Ganztagsbetreuung ist einerseits eine gute pädagogische Konzeption mit qualifiziertem Personal und ausreichend Räumlichkeiten. Dafür gibt es mehrere Wege: Es kann eine gebundene oder offene Ganztagsschule sein, ein Hort oder auch der sog. Kooperative Ganztag.
Eine Mittagsbetreuung oder auch eine sog. verlängerte Mittagsbetreuung, wie es sie an vielen Ansbacher Schulen gibt, erfüllt diesen Anspruch nicht. Das Personal muss keine pädagogische Qualifikation vorweisen. Es ist nicht Teil des Konzepts, dass Kinder Unterstützung bei den Hausaufgaben bekommen und die Räumlichkeiten sind sehr beengt. Einige sind ungemütliche Kellerräume. Kurz: es ist schwer für Kinder, sich dort wohl zu fühlen, zu lernen, zu spielen oder sich dort auszuruhen. Im Gegensatz zur Ganztagsschule müssen bei der Mittagsbetreuung die Eltern die Betreuungskosten für den Nachmittag tragen. Seit Ende 2021 ist der zukünftige Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz bekannt. Trotz häufiger Nachfragen unserer Fraktion scheint die Stadtverwaltung die Planungen verschlafen zu haben. Es gäbe viele Fördermittel für Bauten, die aber bis Ende 2027 abgeschlossen sein müssen.
Für uns gibt es also drei Ansatzpunkte:

  1. den Prozess der Gebäudeplanung priorisieren, damit nicht nur eine oder zwei Schulen in den Genuss der Fördermittel kommen können.
  2. Gleichzeitig auf ein Konzept mit pädagogischem Personal setzen, welches Schule gemeinsam mit den Familien und ggf. Vereinen oder anderen örtlichen Playern plant und umsetzt.
  3. Wenn Räumlichkeiten vormittags und nachmittags genutzt werden, profitieren von diesem Mehr an Platz alle und es kostet weniger.

Es ist gut, wenn Sie als Verein nachfragen, nur so kann der Ganztag – also ein Baustein für ein gesundes Aufwachsen von Kindern – neben den anderen Aufgaben der Stadt an Stellenwert gewinnen.


Die Stadt Ansbach plant derzeit OGTS-Einrichtungen an der Luitpold- und der Weinbergschule. Nachdem bereits an der GS Schalkhausen ein OGT-Angebot existiert, hat die OLA im Stadtrat angeregt, in weiteren Schulen im östlichen und südlichen Stadtgebiet ein offenes Ganztagsangebot einzurichten. In Frage kommen etwa die Grundschule Eyb oder die Waldschule. Die Verwaltung hat eine entsprechende Prüfung zugesagt.


Der Ausbau der Ganztagsbetreuung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land und Kommunen. Wir bereiten uns in Ansbach derzeit intensiv auf den bundesweiten Rechtsanspruch vor, der ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise eingeführt wird. Das Landesförderprogramm Ganztagsausbau unterstützt jeden neu geschaffenen Platz bis 2029.
Wir investieren – trotz angespannter Haushaltslage – rund 30 Mio. Euro in die Ausweitung bestehender Angebote sowie in die Modernisierung der Weinbergschule und der Luitpoldschule. Für mich ist dabei besonders wichtig, dass überall qualifiziertes Personal eingesetzt wird: In Schulen, die den Rechtsanspruch über offene oder gebundene Ganztagsangebote mit externen Trägern umsetzen, arbeiten pädagogisch qualifizierte Fachkräfte. Dort, wo der Rechtsanspruch über verlängerte Mittags- und Hausaufgabenbetreuungen erfüllt wird, setzt die Stadt eigenes Personal ein, das wir durch kontinuierliche Schulungen weiterqualifizieren.
Die Abdeckung der Ferienzeiten wird derzeit noch sorgfältig geplant. Ich bin mir bewusst, dass die Personalgewinnung – auch aufgrund des Fachkräftemangels – eine fortlaufende Herausforderung bleibt.


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