Wahlprogramm Check (2/6)

Heute mit der Frage:

Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um einkommensschwache Familien u.a. bei den Betreuungskosten für Kitas und Tagespflege finanziell zu entlasten bzw. mit welchen Strategien und Angeboten wollen Sie Kinderarmut in unserer Stadt gezielt bekämpfen und einkommensschwache Familien unterstützen?

In Ansbach bestehen zahlreiche Unterstützungs- und Beratungsangebote, unter anderem durch die Koordinationsstelle Frühe Kindheit (KoKi), die Familienbildungskoordination sowie ambulante Hilfen über das Jugendamt. Zusätzlich besteht im Rahmen des § 90 SGB VIII die Möglichkeit, einen Antrag auf Übernahme der Betreuungskosten zu stellen. Darüber hinaus können Kinder und Jugendliche Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets nutzen – etwa für Lernförderung, Schulausstattung, Vereinsbeiträge, Klassenfahrten oder Schülerbeförderung.

Wir verfügen aus meiner Sicht über ein breites Unterstützungsangebot. Was ich mir jedoch wünsche, ist eine noch bessere Nutzung dieser Hilfen. Häufig liegt das Potenzial weniger in neuen Angeboten, sondern in einer klareren Kommunikation und Sensibilisierung. Hier sehe ich auch Schulen als wichtige Partner.


Kinderarmut ist auch in Ansbach Realität. Viele entscheidende Regelungen liegen auf Bundes- und Landesebene, dennoch hat die Kommune eine wichtige Verantwortung.

Wir setzen uns ein für:

  • Konsequente Nutzung aller Fördermittel von Bund und Land und eine niedrigschwellige Umsetzung vor Ort.
  • Sozial gestaffelte Beiträge bei Kitas und Tagespflege, wo kommunaler Spielraum besteht (geht allerdings nur in den beiden städtischen KiTas)
  • Starke Beratungsangebote im Jugendamt bei KoKi, damit Familien ihre Ansprüche kennen und nutzen können.
  • Kostenreduzierte  Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote für Kinder aus einkommensschwachen Familien – wir haben hier den „Ansbach-Pass“ im Wahlprogramm stehen

Langfristig kann Kinderarmut nur durch gute Arbeit, faire Löhne und eine verlässliche Familienpolitik bekämpft werden – dafür steht die SPD auf allen politischen Ebenen.


fordert mehrere strukturelle Entlastungen:

  • Langfristig kostenfreie Kinderbetreuung in allen Bildungseinrichtungen
  • Kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen
  • Gebührenfreiheit für Lehrmittel
  • Ausbau sozialer Infrastruktur und Unterstützung armutsbetroffener Familien über wohnortnahe Angebote

Kinderarmut soll nicht punktuell, sondern präventiv und strukturell bekämpft werden, indem Bildung, Betreuung und Grundversorgung unabhängig vom Einkommen der Eltern zugänglich sind.


  • Zuschüsse für Betreuungskosten müssen für einkommensschwache Familien unbürokratisch bewilligt werden.
  • Aufnahme aller betroffenen Familien in staatliche und städtische Förderrichtlinien.

Im Bereich der Kita und Tagespflege sind uns bezahlbare Preise und Qualität wichtig. Leider investiert das Land Bayern deutlich weniger in vorschulische Bildung als andere Bundesländer. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass die Kosten in den städtischen Einrichtungen nicht zu stark ansteigen, aber auch die Einrichtungen, die die Aufgabe für die Kommunen übernehmen, einigermaßen bezahlbare Gebühren anbieten können. Nur ein Bruchteil der Ansbacher Kinder besucht städtische Einrichtungen. Zusätzlich haben wir eingefordert, dass Beiträge für Familien mit mehreren Kindern reduziert werden. Wir fänden einen nach Einkommen gestaffelten Beitrag gut, wenn dies unbürokratisch zu lösen wäre und zu einer tatsächlichen Entlastung der Familien führen würde. Dies ist – nach Aussage der Stadt – nicht möglich. Man müsse die Gebühren deutlich steigern, da über die Gebühren dann das prüfende Verwaltungspersonal zusätzlich zu tragen sei. 

Einen Faktor gegen Kinderarmut stellen gute und flexible Kinderbetreuungsangebote sowie gute Ganztagsschulen dar. Gleichzeitig hat das Thema noch mehr Dimensionen: So sind sichere und einträglich bezahlte Arbeitsplätze eine wichtige Bedingung, ebenso wie Weiterbildungsmöglichkeiten vor allem für Frauen mit Kindern genauso wie die Unterstützung der Familien,  Deutsch zu lernen und dies mit der Familienarbeit zu vereinen. 

Armut lässt sich jedoch nicht nur am Geld festmachen. Wenn Kinder in Ansbach die Chance haben, auch mit geringem Geldbeutel an vielfältigen Angeboten teilzunehmen und sich nicht in ihrer Lebensweise eingeschränkt oder herabgewürdigt fühlen, trifft die Armut deutlich weniger hart. Dafür müssen wir uns als Stadt einsetzen, egal ob für günstige oder vergünstigte Freizeitangebote, für ein Miteinanderleben in einer bunten Gesellschaft oder für einen guten öffentlichen Nahverkehr.


Die wachsende Armutsgefährdung von Kindern ist eines der zentralen politischen Herausforderungen. Die Explosion der Kita-Gebühren seit Amtsantritt von Oberbürgermeister Deffner trifft Gering- und Normalverdienende hart. Die OLA hat als einzige Fraktion diese Mehrbelastung von Eltern mit Kindern konsequent abgelehnt. Unser Ziel ist eine sozial gestaffelte Gebührenordnung. Spitzenbeamte und Chefärztinnen können mehr beitragen als Krankenpfleger oder Servicekräfte. Viele Kommunen beweisen, dass eine sozial gerechte Staffelung ohne überbordende Bürokratie möglich ist.


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert